Verein

Es muss irgendwann zwischen dem 3. und 8. Bier gewesen sein, als im Januar 1990 eine Gruppe junger Männer mit einer Vorliebe zur Punk-Musik auf einen Einfall kamen, der die Sportlandschaft Westberlins nachhaltig verändern sollte. Im schummrigen Licht einer Schöneberger Kult-Kneipe, dem „Pinguin Club“, fiel ein Satz, der bereits vielen Männern zu später Stunde über die Lippen gegangen ist: „Wir gründen eine Fußballmannschaft!“
Das war übrigens nicht nur der offizielle Ursprung des Begriffs „Schnapsidee“, sondern auch der Start der Karriere eines kleinen Vereins, der im Jahr 2015 seinen größten Umbruch erleben sollte. Doch dazu kommen wir gleich.
Die Geschichte begann in Schöneberg, Wartburgstraße 54. Ein Ort, an dem früher regelmäßig Musiker wie Die Ärzte oder Die Toten Hosen vorbeischauten. Der „Pinguin Club“ ist so etwas wie der Brutkasten der Pinguine und gleichzeitig der Namensgeber. Warum man den Zusatz „Polar“ erfand, ist selbst bei den Gründervätern in Vergessenheit geraten. Es hat wohl einfach gut gepasst.
Unter diesem Namen watschelten die Pinguine in den Folgejahren durch verschiedene Freizeitligen. Mal höher, mal tiefer. Anfangs galten sie als die jungen Wilden der Liga, später als etablierter, familiärer Verein gestandener Männchen, die auch ein Auge auf den Nachwuchs haben. Den unmittelbaren Nachwuchs sogar, denn wie es das Glück so will, ist die Pinguin-Brut durchaus talentiert. 
Die ersten Jungen wurden schon mit 14-15 Jahren an die Mannschaft geführt, sie waren bald darauf bereits Stammspieler und beteiligten sich maßgeblich an den bisher größten Erfolgen der Freizeittruppe, als die Pinguine das Pokalfinale erreichten oder 2011 den Aufstieg in die erste Freizeitliga schafften. Während sich die Pinguin-Jugend also mehr und mehr in der Mannschaft etablierte, machten die ersten Älteren die Plätze frei – die Königspinguine schlüpften aus dem Ü-32-Ei.
Durch diverse Zuwanderungen aus allen Teilen der Welt wuchs die Polar-Pinguin-Population stetig an. Auch ihre natürlichen Feinde in der Freizeitliga – die Britischen Löwen oder Prenzlauer Berger Teufel – konnten daran nichts ändern. Das Revier in der Freizeitliga wurde irgendwann zu eng und so beschloss die Gruppe, ihren natürlichen Lebensraum zu verlassen und zu neuen Ufern zu ziehen – ab in den organisierten Verbandsfußball.
Der Aufstieg der Schnapsidee geht weiter
Als Neuling müssen die Pinguine 2015 natürlich wieder von ganz unten anfangen, aber bei Weitem nicht von vorne: Die Herren hatten schon damals die Klasse und Reife für höhere Aufgaben, in der C-Klasse wurden sie direkt Meister und sorgten darüber hinaus auch im Pokal für Tore & Furore. Ein (sehr) gutes Dutzend Männchen aus der Gattung der Kleinfeld-Pinguine, die eher auf das Überleben auf engem Raum spezialisiert sind, wurde in ihrer einzigen Saison ebenfalls direkt Meister – das erste Double in der Geschichte des Polar Pinguin!
Mit dem Erfolg kamen allerdings auch Probleme: Die Pinguine mussten erneut umsiedeln, diesmal wegen Platzmangel. Die altehrwürdige und unvergessene PolArena (samt Post-Match-DJ Ingo) wird für immer in den Polar-Herzen bleiben, die neue Heimat liegt seit der Saison 2016/17 an der Markgrafenstraße in Alt-Tempelhof.
Damit der sportliche Aufschwung sich nachhaltig fortsetzt, wurde eine Frauenmannschaft ins Boot geholt. Die Pinguinas treten seither auf Kleinfeld an und ließen bereits nach wenigen Spieltagen mit dem ersten Sieg aufhorchen.
Aus der Herren-Kleinfeldmannschaft formte sich die #Zweete auf Großfeld. Nach einigen Ab- und noch mehr Zugängen hatte der Verein somit auch in seiner zweiten Verbandssaison wieder zwei sehr erfolgreiche Mannschaften, im Sommer 2017 wurde der Doppelaufstieg gebührend bejubelt.
Und weil auch die Familienältesten ihre Füße einfach nicht stillhalten können, hat das Pinguinrudel in der aktuellen Spielzeit mit der Ü-40 sein fünftes Team bekommen. Ein wirklich edler Jahrgang, der unsere wundervolle „Schnapsidee“ perfekt abrundet!